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St. Moritz. Eine Stiftskirche und ihr Kunstschatz im Wandel der Zeiten

22. September 2006 - 10. Dezember 2006




Titelbild zur Sonderausstellung St. Moritz. Eine Stiftskirche und ihr Kunstschatz im Wandel der Zeiten

Bruno, der Bruder des Kaisers Heinrich II., wurde 1006 zum Bischof von Augsburg bestellt und gründete 1019 ein Kollegiatsstift auf halbem Wege zwischen Dom und St. Ulrich und Afra. Die Kirche erlitt am 25./26. Februar 1944 schwere Kriegsbeschädigungen, die Innenausstattung war nach dieser Bombennacht fast vollständig zerstört. Dennoch haben sich einzelne, zum großen Teil erstklassige Kunstwerke erhalten, die eine Vorstellung von der Stiftskirche in ihrer 1000-jährigen Tradition erlauben. #

Das Diözesanmuseum hat einen Teil dieser Objekte zusammengetragen. Die Sonderausstellung verfolgt das Ziel, den Lauf der Jahrhunderte anhand einer chronologischen Konzeption nachzuzeichnen und ein lebendiges Bild der verschiedenen Bauphasen der Kirche entstehen zu lassen: Vom Stiftsgründer Bruno wird eine Münze gezeigt, aus der Bauphase von 1084 bis 1299 existieren Reste der ehemaligen Chorschrankenanlage. Silberarbeiten der Gotik wie beispielsweise die Müller-Monstranz oder eine Reliquienstatuette einer Muttergottes mit Kind dokumentieren den hohen Qualitätsstand der Augsburger Goldschmiedekunst im 15. Jahrhundert. Zwei bei der Turmsanierung wiederentdeckte Kupfertafeln bezeugen Bautätigkeiten am Kirchturm im Jahr 1495 und 1533 und nennen die am Bau beteiligten Künstler.
Von den einschneidenden Umbaumaßnahmen in der Renaissancezeit unter der Leitung von Matthias Kager stammen drei höchst qualitätsvolle Figuren des sehr geschätzten Georg Petel, wovon für die Ausstellung der hl. Christophorus ausgewählt wurde. Kupferstiche und alte Fotografien führen den barocken Zustand der Stiftskirche vor Augen, für den der geschätzte Architekt Johann Jakob Herkomer verantwortlich zeichnete. Er erdachte sich unter anderem eine Aufsehen erregende Dachlösung. Die Fresken auf den neu gestalteten Flachkuppeln malte Melchior Steidle, für die Stuckierung sorgte Matthias Lotter. Die Barockzeit kann als Blütezeit des Stifts bezeichnet werden, aus der noch viele und äußerst qualitätsvolle Stücke, insbesondere aus dem Kirchenschatz, erhalten sind und einige davon in der Ausstellung präsentiert werden.
Die barocke Ausstattung wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bereits 1944 kam es zu ersten Planungen für einen Wiederaufbau, an denen sich Richard Steidle, Josef Weidenbacher, Michael Kurz und Dominikus Böhm beteiligten. Böhm bekam schließlich den Zuschlag. Zeichnungen und Pläne des ausgeführten Kirchenbaus als auch die Gegenentwürfe der anderen Architekten runden das Bild ab.

Die Sonderausstellung begleitet die Herausgabe einer großen, wissenschaftlichen Publikation, bei der namhafte Autoren mitgewirkt und viel unbekanntes Material zutage gefördert haben. Die Kirchenstiftung und das Diözesanmuseum haben sich zu einer Kooperation entschlossen. Mit dem Besuch der Ausstellung unterstützen Sie die Innensanierung einer der wichtigsten Augsburger Pfarrkirchen, da ein Euro von jeder verkauften Eintrittskarte diesem Zweck zugeleitet wird.

Flyer zur Ausstellung (PDF 2,27 MB)