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Die Ästhetisierung des Leidens. Arbeiten von Lilian Moreno Sánchez

23. September 2005 - 06. November 2005




Titelbild zur Sonderausstellung Die Ästhetisierung des Leidens. Arbeiten von Lilian Moreno Sánchez

Kunstraum Kettner zeigte eine Werkschau der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sánchez. 17 Arbeiten, die einen breiten Einblick in ihr Schaffen geben, das geprägt ist von der Auseinandersetzung mit dem Leiden und der Ängste der menschlichen Existenz wie Hunger und Folter in der Reflexion mit der christlichen Bildsprache der Spätgotik. Der Träger ihrer Artefakte sind edle Brokat- und Seidenstoffe aus Italien, die zusammengenäht und auf Keilrahmen gespannt wurden. Darauf entfaltet sie mit Siebdruck, Kohlezeichnung, Blattgoldauflagen ihre Bildaussage, die sie zusätzlich mit poetischen Textpassagen, teilweise aus der Jetztzeit, teilweise aus der Vergangenheit ergänzt. Sie imitiert dabei die Elemente der alten Kunst nicht, sondern bringt diese als Versatzstücke in einen zeitgenössischen Kontext, wodurch etwas gänzlich Neues entsteht.

In den Räumen des Diözesanmuseums St. Afra wurden ausgewählte Arbeiten aus ihrem Engelszyklus und dem später entstandenen Passionszyklus sowie der Serie "La Falta" gezeigt. Die Arbeiten wurden direkt mit den Kunstwerken des Diözesanmuseums konfrontiert, um einen lebendigen Dialog zwischen den christlichen Bildthemen der vergangenen Jahrhunderte und der kritischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart entstehen zu lassen.

Die seit 1996 in Deutschland lebende Künstlerin hat zunächst an der Kunstfakultät der Universidad Santiago de Chile mit Schwerpunkt Gravierkunst studiert, von 1996 bis 2002 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit dem Schwerpunkt Grafik und Malerei. Sie erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen in ihrem Heimatland und in Deutschland.