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Der Augsburger Dom in der Barockzeit

29. April 2009 - 26. Juli 2009




Titelbild zur Sonderausstellung Der Augsburger Dom in der Barockzeit

Auch wenn man es dem Augsburger Dom heute nicht mehr ansieht: Er erhielt in der Barockzeit im Zuge der Gegenreformation eine prachtvolle neue Ausstattung. In der Jahrhundertmitte des 17. Jahrhunderts plante man ein einheitliches Erscheinungsbild und stellte innerhalb von zehn Jahren Altäre an den Langhauspfeilern auf, die sich weitgehend erhalten haben. Nach und nach stifteten verschiedene Geistliche und weltliche Personen Kapellen samt ihrer Ausstattung, aber auch einzelne Gemälde, Skulpturen, Paramente, liturgische Geräten und Reliquiare.

Dieser wichtigen Stilepoche widmete das Diözesanmuseum St. Afra eine große Sonderausstellung, denn es besteht die glückliche Situation, dass sich der größte Teil der barocken Kunstwerke des Domes in Kirchen des Bistums, im Ordinariat, im Diözesanmuseum und im Dom erhalten hat. Dabei war die hervorragende Kooperation einiger Pfarrkirchen mit dem Diözesanmuseum von unschätzbarem Wert, denn die Kirchengemeinden verzichteten zum Teil auf zwei und mehr barocke Altargemälde in ihrem Gotteshaus, um das Ausstellungsprojekt zu unterstützen. Damit konnten zusammen mit dem eigenen Bestand fast alle der noch erhaltenen barocken Altargemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, zum Beispiel von Hans Rottenhammer, Johann Heinrich Schönfeld, Johann Christoph Storer, Jonas Umbach, Johann Rieger oder Johann Georg Bergmüller in der Ausstellung gezeigt werden, darüber hinaus auch Bücher, Gewänder und Geräte, die einst in der Domliturgie benutzt wurden.

Doch warum verschwanden diese Kunstwerke aus dem Dom? Bischof Pankratius von Dinkel beschloß, ganz Kind seiner Zeit, den Dom zu regotisieren und ließ in diesem Zusammenhang um 1860 die komplette barocke Ausstattung entfernen, um bedeutende spätgotische Kunstwerke aus dem Kunsthandel für den Dom zu erwerben, darunter beispielsweise die Tafeln des Weingartner Altars von Hans Holbein d. Ä. Das Diözesanmuseum versuchte, das Aussehen, das der ottonische bzw. gotische Kirchenraum in der Zeit zwischen 1600 und 1800 hatte, wieder lebendig werden zu lassen und überdies der Frage nachzugehen, warum der Dom überhaupt eine barocke Ausstattung erfahren hat und dort nicht die mittelalterlichen Kunstwerke bewahrt blieben, welche Künstler beauftragt wurden, wer diese Aufträge finanzierte und ob es ein ikonografisches Gesamtkonzept gab.

Flyer zur Ausstellung (PDF 712 KB)

 

Katalog zur Ausstellung