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Anbetung der Könige

Das klein- und hochformatige Bild, das die Anbetung der Könige zeigt, ist auf eine, rückseitig mit einem Holzbrettchen verkleidete Metalltafel gemalt. Der Maler platziert die dargestellte Szene in den Mittelgrund des mit weichen Hell-Dunkel-Effekten spielenden Bildes. Links von der Mittelachse sitzend ist die aus sich heraus leuchtende Maria im Profil dargestellt, das Kind hält sie auf ihrem linken Oberschenkel. Das Kind ist in einer warm strahlenden Aura dargestellt, was in dem Stern über dem Stall am oberen Bildrand aufgegriffen und als Bildachse im langen nach unten deutenden Strahl wiedergegeben wird. Vor dem Kind kniet ein weißbärtiger König, der sich geradezu gierig, nicht nur mit seinen Händen, sondern mit seinem ganzen Körper dem Kind zuwendet und es umfängt. Hinter ihm versucht der Mohrenkönig in gemütlicher Drehung ebenfalls dem Kind ins Gesicht zu schauen und einen Blick von ihm zu erhaschen. Der dritte König bahnt sich energisch mit seiner linken Hand den Weg nach vorne, währenddessen seine sonstige Körperhaltung bereits ganz Verehrung ist.

Auffällig ist, dass die Gaben wie Gold, Weihrauch und Myrrhe nicht dargestellt sind. War es doch Origenes (185−254), der auf Grund der drei Gaben auf die Dreizahl bei den Königen schloss. Aus dem Dämmerdunkel des Bildinneren kommen weitere Personengruppen, die zum Teil Rembrandt'sche Zitate zu sein scheinen, während die beiden Knaben in ihren aufwändigen bunten Gewändern in der linken unteren Bildecke im Vordergrund mit dem großen Jagdhund eher italienisch inspiriert zu sein scheinen. Während im Hintergrund rechts sich die ruinösen Reste eines Palastes erheben, erkennt man links die Konstruktion eines Stalles mit steilschrägem Dach. Darunter steht beinahe ganz isoliert Josef, der mit dem gegürteten Gewand, dem Beutel sowie dem Hut in der Hand sehr reisefertig aussieht. Weiten Raum nimmt auch im Vordergrund der prächtige Pfau in der rechten Bildecke ein.

Im Gegensatz zum Ereignis der Geburt Christi, das die Bibel mit einem Satz abhandelt, findet sich im Matthäusevangelium eine ausführliche Beschreibung der Anbetung der Könige, auf die das Motiv zurückgeht. Dort heißt es: "Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. [...] Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land." (Mt 2,1-3, 10-12).

Das Gedenken an dieses Ereignis begeht die katholische Kirche vermutlich seit dem 4. Jahrhundert. Es wird am 6. Januar als Dreikönigsfest oder auch Erscheinung des Herrn gefeiert. Durch das Fest der Epiphanie wird an das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu erinnert. Um den 6. Januar ziehen meist Ministranten als Sternsinger verkleidet von Haus zu Haus und bringen den Segen Gottes für das kommende Jahr, so wie einst die Sterndeuter aus dem Morgenland.

 

Fotos: Richter und Fink

Anbetung der Könige
Anbetung der Könige Detail
Anbetung der Könige Detail
 

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