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Marienaltar

Ein sogenannter Marienaltar steht am Ende des Marienmonats Mai im Fokus: Zwei Platten des Altares aus der Zeit um 1425/50 zeigen einerseits das Hochfest "Christi Himmelfahrt", das am 40. Tag der Osterzeit und andererseits das Pfingstfest, das am 50. Tag der Osterzeit begangen wird. Christi Himmelfahrt ist erst seit dem 4./5. Jahrhundert nachweisbar. An diesem Tag wird der Aufnahme Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel gedacht. (Vgl. Lk 24,50-53, Apg 1,9-12, Mk 16,19). In der Mittelnische des Altärchens steht eine geschnitzte, blau gefasste und vergoldete "Mondsichelmadonna", die ein Strahlenkranz umgibt. Auf den Steintafeln sind ferner Szenen aus dem Marienleben (Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige, Pfingsten, Marientod) sowie Auferstehung und Himmelfahrt dargestellt.

 

Bei der Himmelfahrt knien Maria und die zwölf Apostel um den Auffahrenden und blicken ihn an. Während Christus in seiner linken Hand einen Kreuzstab mit der Siegesfahne hält, hat er seine Rechte zum Segensgestus erhoben. In der oberen Bildhälfte zieht sich ein schroffer Gebirgszug durch die Platte, der die Szene horizontal in zwei Bereiche unterteilt. Am linken Rand des Gebirgszuges ist eine Stadtarchitektur zu sehen. Am rechten Bildrand ist auf dem Gebirgszug eine Palme als Symbol für das Leben und des Sieges über den Tod, den Jesus Christus besiegt hat, dargestellt.

 

Analog zur "Himmelfahrt" sind bei der Pfingstdarstellung ebenfalls Maria und die zwölf Apostel zu sehen. Auch wenn Maria im Pfingstbericht (Apg 2,1-13) nicht ausdrücklich erwähnt ist, war sie laut Apostelgeschichte (Apg 1,14) seit Anfang an bei der Urgemeinde und wird deshalb auch hier wiedergegeben. Die zwölf Apostel sitzen in drei Reihen gestaffelt zur Linken und Rechten Marias. Links neben Maria sind Johannes mit lockigem Haar und Buch, rechts Petrus identifizierbar. Die Szene findet in einem geschlossenen gotischen Innenraum statt. Lediglich das mittlere Fenster an der Wand, durch das der Heilige Geist in Form der Taube in den Raum eindringen kann, ist geöffnet. Das göttliche Licht und der Strahl, auf dem die Taube fliegt, erreichen direkt Marias Kopf. Die in anderen Pfingstbildern typischen Feuerflammen über den Köpfen der Apostel fehlen hier. Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes, das an Pfingsten erinnert, beginnt die Kirche Christi auf Erden.

 

Um sich auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vorzubereiten, beten die Gläubigen die Pfingstnovene, ein neuntägiges Gebet, das an Christi Himmelfahrt beginnt und an Pfingsten endet (vgl. https://bistum-augsburg.de/Hauptabteilung-III/Institut-fuer-Neuevangelisierung/Materialien/Pfingstnovene). Möge der Heilige Geist ganz besonders an Pfingsten auf uns und unsere Kirche herabkommen und mit seiner Kraft erfüllen.

  VJ

 

 

 

Fotos: Jürgen Bartenschlager

Marienaltar (Foto: Jürgen Bartenschlager)
Marienaltar
Marienaltar - Himmelfahrt (Foto: Jürgen Bartenschlager)
Marienaltar - Himmelfahrt
Marienaltar - Pfingsten (Foto: Jürgen Bartenschlager)
Marienaltar - Pfingsten
 

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