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Sonderausstellung

Zeichen des Aufbruchs

22. November 2017 - 11. März 2018

Kirchenbau und Liturgiereform im Bistum Augsburg (1960-2003)

 

"Christliches Kieswerk", "Parkhaus Gottes" oder "Klein-Ägypten" waren die Bezeichnungen, die man den modernen Kirchen aus den 1960er und 1970er Jahren gab. Rund 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) nimmt die Diözese Augsburg den damaligen Kirchenbau des Bistums mit einer Sonderausstellung im Diözesanmuseum St. Afra vom 22. November 2017 bis zum 11. März 2018 in den Blick. Religiöse, liturgische und gesellschaftliche Umbrüche auf der einen sowie bautechnische Neuerungen auf der anderen Seite führten zu einer veränderten Auffassung von Sakralarchitektur, die bis heute Widerstand erzeugen kann. Denn häufig lässt die Wirkung der reinen Konstruktion und Materialverwendung eine emotionale Ratlosigkeit zurück. Vielen ist die architektonische und künstlerische Reduktion ein Zeichen von allgemeiner Willkür und Sinnleere der Moderne und weniger der Ausdruck einer gewandelten, offenen Gesellschaft, den Kirche, Bauherrn wie Architekten intendierten.

Die Innovation und Schöpferkraft dieser ebenso kurzen wie produktiven Zeitspanne, aber auch der derzeitige Veränderungsdruck der Kirchenlandschaft - Umnutzung, Profanierung oder gar Abriss - lassen eine fundierte Auseinandersetzung mit diesem kulturellen Erbe umso notwendiger erscheinen.

In der Ausstellung wird die Vielfalt der Kirchenbaukonzepte in aktuellem wie historischem Bildmaterial ausgebreitet. Anhand ausgewählter Beispiele wird der Besucher auf eine überraschende Entdeckungsreise durch das Gebiet der Diözese Augsburg mitgenommen, die in erster Linie für ihren reichen Bestand an Barock- und Rokokoarchitektur bekannt ist. Alexander von Branca, Hans Schädel, Thomas Wechs und Josef Wiedemann sind nur einige der Namen, die für den hohen baukünstlerischen Anspruch der modernen Kirchen bürgen.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Buchpublikation im Fink-Verlag.