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Lilian Moreno Sánchez – El hambre estaba allí antes de mi nacimiento

El hambre estaba allí antes de mi nacimiento, Lilian Moreno Sánchez, 2003/04, Foto: Siegfried Wameser
El hambre estaba allí antes de mi nacimiento, Lilian Moreno Sánchez

Mit Unterstützung der Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung erwarb das Diözesanmuseum 2006 ein Gemälde von Lilian Moreno Sánchez, das bereits 2005 im Rahmen der Ausstellung "Die Ästhetisierung des Leidens - La estética del padecer" zusammen mit anderen Werken der chilenischen Künstlerin im Museum ausgestellt war.

Das in Siebdruck und Kohle sowie Blattgold auf italienischen Seidenstoffen ausgeführte Bild entstammt der 2003-2004 entstandenen Serie "La falta" ("Der Mangel") und ist mit den spanischen Worten "El hambre estaba allí antes de mi nacimiento" ("Der Hunger war da, bevor ich geboren wurde") - ein Zitat aus dem Werk "Infarto del alma" ("Seeleninfarkt") der chilenischen Schriftstellerin Diamela Eltit - bezeichnet. Für die Künstlerin bedeutet Hunger nicht nur das immer wiederkehrende Phänomen des Mangels an Nahrung für den Körper, sondern auch das Bedürfnis nach geistiger Nahrung, wie sie die Menschen etwa im christlichen Glauben suchen. Dabei kontrastiert Moreno Sánchez die in der Kunst ästhetisierten Leiden Christi, getragen und unterstrichen von kostbaren Stoffen, mit modernen Röntgenaufnahmen. Die aufeinandertreffenden Gegensätze Vergangenheit und Gegenwart, Leben und Tod, Mangel und Überfluss, verbergende Stoffe und die Haut durchdringende medizinische Aufnahmen etablieren einen Dialog, der Schönheit, Leid und Ästhetik in Beziehung setzt und gleichzeitig in Frage stellt.

Auf der linken Seite ist ein Ausschnitt aus der "Kreuzabnahme" Rogier van der Weydens von 1435-40 spiegelverkehrt auf Stoff gedruckt. Dabei bricht die Wiedergabe des Gemäldes abrupt ab. Von Christus sind nur mehr seine abgeschnittenen Beine wieder. Ein Streifen eines mit großen Blüten gemusterten Brokatstoffes führt formal die kostbaren Gewänder der Figuren auf dem Gemälde weiter, überdeckt dabei aber das eigentliche Geschehen auf dem Bild. Maria Magdalena, eine anmutige, junge, hübsche Frau, die auf dem Gemälde van der Weydens eigentlich am Rand des Bildraums steht, wird in ihrer Trauer zur neuen Hauptfigur.
Auf der rechten Seite verschmilzt das Blumengirlandenmuster eines anderen Stoffes mit der Röntgenbildaufnahme eines menschlichen Torsos. Pars pro toto thematisieren die darauf abgebildeten Rippen den ausgezehrten Körper des Gekreuzigten und lassen somit das zuvor verdeckte Geschehen des zitierten Gemäldes wieder zum Vorschein kommen. Zugleich verweist die mit Krankheit und Sterblichkeit assoziierte Röntgenaufnahme auf die menschliche Natur Christi und die Erlösung von Leid und Krankheit durch Tod und Auferstehung.

Ein Kleiderschnittmuster überlagert das ganze Bild und fügt dem ohnehin schon vielschichtigen Werk eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Es bildet als Anleitung zur Verhüllung des Körpers mit Kleidung den Gegenpol zur Sichtbarmachung des innersten Bauplans des Menschen. Konkret lässt das Verdecken von Knochen an die Verbrechen und die vielen verschwundenen Menschen während der Militärdiktatur Pinochets in Chile denken, auf die Moreno Sanchez in ihren Werken immer wieder Bezug nimmt. Das Innerste nach außen kehren und mit etwas Schönem wieder schützend bedecken, so könnte gleichzeitig aber auch ein seelischer Heilungsprozess beschrieben werden.

Die 1968 in Chile geborene Künstlerin Lilian Moreno Sánchez studierte an der Kunstfakultät der renommierten Universidad de Chile in Santiago de Chile sowie an der Akademie der Bildenden Künste in München. Heute lebt und arbeitet sie in Augsburg.

 

Website der Künstlerin

Ausführliches Interview

Kaiserliche Leihgaben aus dem Schwabenland

 

Gleich drei kostbare Leihgaben stellt das Diözesanmuseum St. Afra für die derzeit laufende Große Landesausstellung "Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke" im Landesmuseum Württemberg zur Verfügung: Kronhelm und Schwert der Funeralwaffen Kaiser Karls V. sowie ein Kruzifix über einem Scheibenkreuz aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

 

Die Funeralwaffen Kaiser Karls V. wurden 1559 als Schauwaffen für die Totenfeierlichkeiten des verstorbenen Kaisers im Auftrag seines Bruders und Nachfolgers Ferdinands I. vom Augsburger Plattnermeister Anton Pfeffenhauser (1525-1603) angefertigt und zählen heute zu den herausragenden Stücken des Diözesanmuseums. Wie schon sein Vater Maximilian I. führte Kaiser Karl V. den Titel "Fürst zu Schwaben", was ihn in den Fokus der Ausstellung rückt, die neben schwäbischer Kunst und Kultur auch die schwäbische Geschichte und damit verbundene Persönlichkeiten und Erzeugnisse beleuchtet.

 

Das seltene hochmittelalterliche Scheibenkreuz aus Bergkristallen, über das etwas später ein Kruzifix montiert wurde, entstammt wohl dem Augsburger Domschatz und ist normalerweise wie die Funeralwaffen in der Dauerausstellung des Augsburger Diözesanmuseums zu bewundern. Es verbindet die Formen von Weltscheibe und Kreuz und wird in der Schwaben-Ausstellung als Beispiel für die Goldschmiedekunst der Stauferzeit gezeigt.

 

Die sehenswerte und in ihrer Bandbreite enorm vielfältige Ausstellung in Stuttgart ist noch bis zum 23. April 2017 zu sehen, danach kehren die Leihgaben wieder an ihre angestammten Plätze in den Räumen des Diözesanmuseums zurück.

 

Weitere Informationen zur Landesausstellung "Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke" finden Sie unter www.landesmuseum-stuttgart.de.

Funeralhelm von Kaiser Karl V.
Funeralhelm von Kaiser Karl V.
Funeralschwert von Kaiser Karl V.
Funeralschwert von Kaiser Karl V.
Scheibenkreuz mit Kruzifix
Scheibenkreuz mit Kruzifix

Vom Dachgiebel ins Diözesanmuseum: Kostbare Entdeckung erhält eine neue Heimat

Die spätgotische Pietà stand mehrere Generationen lang der Witterung ausgesetzt im Dachgiebel eines Bauernhauses. Nun erhält die ausdrucksstarke Skulptur als Dauerleihgabe einen würdigen Platz im Diözesanmuseum St. Afra.

Vermutlich stammt die bemerkenswerte Figur aus der nahen Pfarrkirche von Kleinkitzighofen und wurde von dort bei einer späteren Umgestaltung in private Hände gegeben - eine früher verbreitete Praxis bei Kunstwerken, die nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprachen. So ging die Pietà in den Besitz einer Familie über, der wohl gar nicht klar war, welchen Schatz ihr Giebel barg, bis Mitarbeiter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in den achtziger Jahren darauf aufmerksam wurden.

Bei einer sorgfältigen Restaurierung in den neunziger Jahren wurde die zweite, barockzeitliche Farbfassung freigelegt, die von drei jüngeren Farbschichten verdeckt war. Von der originalen Fassung sind nur mehr sehr kleine Reste erhalten. Bewusst hat man die Spuren von Witterung und Alter sichtbar belassen, die von der wechselvollen Geschichte der Figur zeugen. Während mittlerweile eine Kopie die Fassade des Hauses ziert, erhält nun das Original im Diözesanmuseum eine neue Bleibe als Dauerleihgabe in der ständigen Ausstellung.

Die Skulptur datiert mit ihren weich fallenden Faltenkaskaden in die Zeit um 1420/30 und ist somit noch dem sogenannten "Weichen Stil", auch "Internationale Gotik" genannt, zuzuordnen. Da das Museum bisher kaum Exponate aus dieser Zeit besitzt, wird mit der Pietà eine wichtige Lücke geschlossen, freut sich Museumsleiterin Melanie Thierbach. Die bildhauerische Qualität der Skulptur aus Kleinkitzighofen zeugt von einem begabten, wahrscheinlich regionalen Künstler. Indem er seine Maria einen Zipfel ihres Kopftuches zum Gesicht führen lässt, um sich damit die Tränen von ihrem Gesicht abzuwischen, greift er zudem eine recht seltene Bildidee auf.


Das Andachtsbild der Pietà, das Maria sitzend mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß zeigt, entstand aus der mittelalterlichen Passionsfrömmigkeit heraus und gehörte besonders im 14. und 15. Jahrhundert bis in die Barockzeit zu den beliebtesten und verbreitetsten Marienbildern. Die deutsche Bezeichnung "Vesperbild" bezieht sich auf die abendliche Gebetszeit der "Vesper", die Tageszeit, zu der am Karfreitag die Kreuzabnahme und Beweinung Christi erfolgte. Obwohl im Bibeltext nicht konkret erwähnt, bildet die Szene die vorletzte Kreuzwegstation. Zugleich stellt die Pietà eine der sieben Schmerzen Mariens dar und bildet somit das Gegenstück zu Maria mit dem neugeborenen Jesuskind auf dem Arm.

Pietà von 1420/30
Pietà von 1420/30

Im Angesicht der Todsünden

Bruno Wank, Die sieben Todsünden, 2015, Foto: Diözesanmuseum St. Afra, Augsburg, Norbert Liesz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Bruno Wank, Die sieben Todsünden, 2015, Foto: Diözesanmuseum St. Afra, Augsburg, Norbert Liesz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Das Diözesanmuseum freut sich über eine neue Dauerleihgabe: 15 Bronzemasken des Allgäuer Bildhauers Bruno Wank. Die Masken hatte Wank auf Einladung des Diözesanmuseums eigens für die Sonderausstellung "Die sieben Todsünden" (Februar-Mai 2016) geschaffen. Danach waren sie bei der gleichnamigen Folgeausstellung mit zeitgenössischen Werken in der VerpackereiGÖ in Görisried zu sehen, bevor sie nun wieder in das Diözesanmuseum zurückkehren.

 

Das Werk trägt zwar den Titel "Die sieben Todsünden", besteht aber aus 15 Masken, die nicht konkret den einzelnen Sünden zuzuordnen sind. Sie orientieren sich an der Anzahl der "Krankheiten mentaler und spiritueller Erstarrung", die Papst Franziskus in seiner Weihnachtsansprache 2014 den Kardinälen als moderne Todsünden besonders der Geistlichkeit genannt hatte, die für alle anderen aber genauso gelten. Gefühlsregungen, besonders wenn sie so intensiv sind wie Zorn und Neid, oder etwa Gier und Trägheit, verändern unsere Mimik, unser Gesicht als Spiegel der Seele trägt die Emotionen nach außen. Oft tragen wir aber auch eine Maske, um genau diese Gefühlsregungen zu verbergen. Bruno Wanks Masken bleiben bewusst vage - sie sind verbergende Maske und das wahre Gesicht des Menschen hinter der Maske in einem. So ist der Betrachter eingeladen, das Geheimnis hinter jeder Maske und somit die vielen Gesichter menschlicher Laster selbst zu ergründen - die Hängung in einer langen Reihe in einem Gang des Museums lädt dabei zum Abschreiten, Innehalten und intensivem Betrachten ein und könnte wahrscheinlich noch beliebig fortgeführt werden.

 

Die Masken hat Wank von Personen aus seinem Umfeld abgeformt und entsprechend verändert, wobei die Porträtierten sich dabei kaum wiedererkennen werden. Der 1961 in Marktoberdorf geborene Künstler kam bereits früh in der Gießerei seines Vaters mit dem Bronzeguss in Berührung und versteht es, mittels verschiedener Gussverfahren der Bronze ganz unterschiedliche Oberflächen und Farben zu geben. Heute lebt und arbeitet Bruno Wank in München und in Görisried im Allgäu, unter anderem als Dozent an der Kunstakademie in München und mit seiner Frau zusammen als Betreiber des Kunstraums "VerpackereiGÖ" in Görisried.

Gemälde von Cosmas Damian Asam als Dauerleihgabe für das Diözesanmuseum

Das runde Gemälde ist ein sogenannter Bozzetto, also ein Entwurf für ein Deckengemälde und zeigt das Thema der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Cosmas Damian Asam (1686-1739) fertigte die Ölskizze 1713/14 für die Dreifaltigkeitskirche in München. Wahrscheinlich diente sie auch gleich als Vertragsgrundlage für die Beauftragung des prominenten Künstlers. Zugleich handelt es sich um die älteste erhaltene Ölskizze eines Freskomalers im süddeutschen Raum.

Die gemalte Himmelsvision besticht durch kühne Verkürzungen und ins Zentrum ziehende Lichtführung. Sie hing zuletzt in der Friedhofskirche St. Patritius in Wettenhausen und war bis April noch in der Ausstellung "Mit Leib und Seele" in der Hypo-Kunsthalle in München zu sehen.

Aus konservatorischen Gründen wurde das Werk vor Kurzem dem Diözesanmuseum St. Afra übergeben, womit endlich auch ein erstes Werk des bedeutenden Malers und Architekten Einzug in die Bestände des Museums hält. Um der vorgesehenen Perspektive Rechnung zu tragen, wurde die Ölskizze im Diözesanmuseum entsprechend an der Decke angebracht, so dass die Besucher die perfekte Illusion der Himmelsdarstellung bewundern können.

Der Name Asam ist aus der süddeutschen Kunstlandschaft des Barock und Rokoko kaum wegzudenken. Cosmas Damian stattete teils alleine, teils zusammen mit seinem Bruder, dem Stuckateur und Bildhauer Egid Quirin über 50 Kirchen, Klöster und Schlösser aus, davon etwa auch die zur Diözese Augsburg gehörende Wallfahrtskirche Hergottsruh in Friedberg.

Bozzetto mit der Heiligsten Dreifaltigkeit, Cosmas Damian Asam, 1713/14
Bozzetto mit der Heiligsten Dreifaltigkeit

Neue Präsentation der Kruzifix-Sammlung des Diözesanmuseums St. Afra

Seit kurzem präsentiert das Diözesanmuseum seine Sammlung von Kreuzen und Kruzifixen in der Dauerausstellung neu. Dank zweier zusätzlicher Vitrinen können weitere Werke gezeigt werden, darunter ein Giambologna zugeschriebenes Bronzekruzifix.

Bereits seit seiner Öffnung im Jahr 2000 zeigt das Diözesanmuseum St. Afra auf verschiedenste Art und Weise gestaltete Kreuze und Kruzifixe. Um noch weitere interessante Stücke zeigen zu können, die der Sammlung inzwischen als Leihgaben übergeben wurden und bisher im Depot schlummerten, wurden nun zwei neue Vitrinen eingerichtet.

Neues Highlight ist ein Bronzekruzifix aus der Zeit um 1590, das dem Museum von Mariä Verkündigung in Wullenstetten als Leihgabe überlassen wurde. Es wird dem bedeutenden Florentiner Hofbildhauer Giambologna (1529-1608) zugewiesen. Möglicherweise gelangte es durch die Lehensherren Fugger in die Kirche von Wullenstetten. Die höchst qualitätsvolle Arbeit zeigt einen idealtypischen, vollkommen nackten Männerkörper. Ein in späterer Zeit unsachgemäß vorgeblendetes Lendentuch wurde wieder abgenommen. Zuletzt war das Kruzifix auch in der Sonderausstellung "Bella Figura. Europäische Bronzekunst in Süddeutschland um 1600" im Bayerischen Nationalmuseum in München zu sehen.

Aus Heilig Kreuz stammt ein gotisches Reliquienkreuz, wobei der im Inneren aufbewahrte Kreuzpartikel der Augsburger Kirche ihren Namen gab. Im Barock erhielt es eine dem Zeitgeschmack mehr entsprechende Verblendung aus Gold- und Silberblech, die separat zu sehen ist. Daneben hat auch ein Kruzifix aus der Werkstatt des Matthias Wallbaum seinen Platz bekommen, das mit dem silbernen Korpus und den silbernen Applikationen auf schwarzem Holz eine typische Augsburger Arbeit der Zeit um 1630 darstellt.

Bronzekruzifix von Giambologna, um 1590
Bronzekruzifix von Giambologna

Verschiedene Objekte zum Thema "Licht" zur Langen Nacht des Lichts am 20. Juni 2015

Da Licht eine Grundbedingung für Leben schlechthin ist, spielt es in allen Religionen eine wichtige Rolle. Das gilt auch für das Christentum, denn Christus sagt von sich selbst (Joh 8,12): "Ich bin das Licht der Welt." , womit alle an ihn Glaubenden "Kinder des Lichts" (Eph 5,8) sind.

An vielen Stellen der Liturgie der Kirche spielt das Licht eine wichtige Rolle (Osterfeuer, Osterkerze, Ewiges Licht, Begleitung des Evangeliums durch Kerzen u.v.m.).


In der Vitrine zum Kunstwerk des Monats sind vor allem verschiedene Altarleuchter aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen, die in der Regel in Paaren auftreten, ebenso wie Wandleuchter, die in entsprechende Wandhaken eingehängt werden konnten.
Exemplarisch für die Bedeutung des Lichts mögen auch drei kleine Bilder stehen: In der Mitte die Lichterscheinung bei der Taufe Jesu (um 1720/30, Email auf Kupfer, DMA 2703), verbunden mit der Stimme Gottes und der Heiliggeisttaube, links ein Votivbild mit der Erscheinung der Madonna aus der Schneckenkapelle in St. Ulrich und Afra (1796, Öl auf Leinwand, DMA 2664), rechts die Erscheinung des Jesuskindes vor dem heiligen Antonius von Padua, Entwurf für ein Altarblatt in Öffingen (Joseph Anton Hueber, 1775, Öl auf Leinwand, DMA 2609) .

Verschiedene Leuchter und Emailbild mit der Taufe Christi
Verschiedene Leuchter und Emailbild mit der Taufe Christi
Emailbild mit der Taufe Christi, DMA 2703
Emailbild mit der Taufe Christi

Kostbare Leihgabe aus dem Bayerischen Nationalmuseum

Für kurze Zeit beherbergt das Diözesanmuseum St. Afra eine kostbare Silberstatuette des heiligen Sebastian aus dem Bayerischen Nationalmuseum in München.
Die lebhaft bewegte Statuette des Märtyrers Sebastian entstand Anfang des 17. Jahrhunderts. Zwar besitzt sie keine Silbermarken und kann deswegen keinem Künstler namentlich zugeordnet werden, jedoch steht die qualitätsvolle Arbeit in der Tradition des in Augsburg tätigen Bildhauers Hubert Gerhard (ca. 1540/1550-1620). Die balancierende Körperhaltung des Heiligen geht wiederum auf den fliegenden Merkur Giovanni Bolognas (1529-1608, genannt Giambologna) zurück. Das Werk des berühmten Florentiner Hofbildhauers hat Gerhard maßgeblich beeinflusst.

Die zierliche Figur des beliebten Heiligen ist bis zum 25. Mai 2015 im Diözesanmuseum zu bewundern. Die Statuette wurde dem Diözesanmuseum im Austausch für ein Bronzekruzifix von Giambologna (um 1590) überlassen. Es stammt aus der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Wullenstetten und wird als Dauerleihgabe im Diözesanmuseum aufbewahrt. Vom 6. Februar bis 25. Mai 2015 ist es nun in der Sonderausstellung "Bella Figura. Europäische Bronzekunst in Süddeutschland um 1600" im Bayerischen Nationalmuseum in München zu sehen. Mit über 80 hochkarätigen Ausstellungsobjekten aus Museen in Europa und den USA gibt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die Bronzekunst zwischen 1570 und 1620 in Süddeutschland und lohnt einen Besuch.
Nach seiner Rückkehr wird das Kruzifix aus Wullenstetten einen Platz in der Dauerausstellung des Diözesanmuseums erhalten.

Hl. Sebastian, Inv.-Nr. 64/26, Bayerisches Nationalmuseum München, Foto: Bastian Krack
Silberstatuette Hl. Sebastian

Diözesanmuseum St. Afra
Kornhausgasse 3–5
86152 Augsburg
Telefon: 0821/3166-8833
museum.st.afra@bistum-augsburg.de

Video Rundgang

Öffnungszeiten
Dienstag-Samstag 10–17 Uhr
Sonntag/Feiertag 12–18 Uhr
Montag geschlossen
 
Eintrittspreise
Erwachsene 4,00 €*
Ermäßigt 3,00 €*
Familienkarte 8,00 €
Jahreskarte 19,00 €
* bei Sonderausstellung abweichend
 
Führungen
Auf Anfrage (0821/3166-8833 oder museum.st.afra@bistum-augsburg.de)
 
Barrierefreiheit
Das Museum ist in seiner historischen Substanz nur bedingt barrierefrei und zu ca. 60% für Rollstuhlfahrer zugänglich

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